Baumert Tischlerei – Küchenstudio Oberhausen
Häcker Küchen: Was „Made in Germany“ aus Rödinghausen wirklich bedeutet

Häcker Küchen: Was „Made in Germany“ aus Rödinghausen wirklich bedeutet

Auf jedem Häcker-Logo steht klein „kitchen.germanMade.“ – und wer in unserer Ausstellung eine Häcker-Küche öffnet, findet den Hinweis auch auf den Schränken. Aber was steckt hinter diesem Versprechen? Wir werfen einen Blick nach Rödinghausen in Ostwestfalen: auf ein Unternehmen, das 1898 als Dorftischlerei begann, heute rund 1.000 Küchen am Tag baut und immer noch der Familie gehört. Und wir erklären, warum „Made in Germany“ ursprünglich gar kein Kompliment war.

„Made in Germany“ war einmal eine Warnung

Der Satz, mit dem heute deutsche Hersteller werben, stammt aus England. 1887 verabschiedete das britische Parlament den Merchandise Marks Act. Importierte Waren mussten ab sofort eindeutig mit ihrem Herkunftsland gekennzeichnet werden. Der Grund war wenig schmeichelhaft: Deutsche Produkte galten als billige Kopien englischer Ware. Der deutsche Ingenieur Franz Reuleaux hatte schon 1876 nach der Weltausstellung in Philadelphia geurteilt, deutsche Waren seien „billig und schlecht“.[1]

Die Kennzeichnung sollte britische Käufer also warnen. Das Gegenteil trat ein: Die Kritik löste in Deutschland eine Qualitätsoffensive aus, und innerhalb weniger Jahrzehnte wurde aus dem Warnhinweis ein Gütesiegel.[1] Genau in diese Zeit fällt die Gründung eines kleinen Tischlerbetriebs in Rödinghausen.

Vom Tischlerbetrieb zum Küchenwerk

1898 gründete Hermann Häcker in Rödinghausen eine Tischlerei. 1938 übernahm sein Sohn Friedrich den Betrieb. Den Grundstein für das heutige Unternehmen legten 1965 sein Schwiegersohn Horst Finkemeier und dessen Frau Renate: Sie stellten auf die Serienfertigung von Küchenmöbeln um.[2] 1972 folgte der Schritt zur industriellen Fertigung.[3] 1996 stieg Jochen Finkemeier in die Geschäftsführung ein und führt das Unternehmen bis heute in vierter Generation.[4] Seit November 2025 trägt mit Jan Finkemeier bereits die fünfte Generation operative Verantwortung – als Chief Digital Officer.[5]

Wir finden diese Geschichte aus einem einfachen Grund sympathisch: Unser eigener Betrieb ist im Jahr 2000 als Tischlerei gestartet. Die Werkbank, der Geruch von Holz, die ersten Aufträge aus der Nachbarschaft – so sah es in Rödinghausen vor über 125 Jahren vermutlich auch aus. Dass daraus einer der größten Küchenhersteller Deutschlands geworden ist, ändert nichts an der Herkunft.

Grifflose U-Küche in mattem Petrol mit Nussbaum-Arbeitsplatte und passender Nischenrückwand
U-Küche in Petrol mit Nussbaum-Dekor aus unserem Projekt Laguna – geplant und montiert von Baumert.

Häcker in Zahlen

  • Fünf Werke an zwei Standorten: Rödinghausen in Nordrhein-Westfalen und Venne im Osnabrücker Land.[2]
  • 223.500 Quadratmeter Produktionsfläche, dazu 25.000 Quadratmeter Verwaltung und eine 3.800 Quadratmeter große Ausstellung.[4]
  • Rund 1.000 Küchen pro Tag verlassen die Werke.[4]
  • Über 2.000 Mitarbeitende.[4]
  • Über 60 Länder auf allen Kontinenten werden beliefert, der Exportanteil lag 2023 bei rund 40 Prozent.[6][7]
  • 726 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2023.[7]
  • Werk 5 in Venne: 2020 auf rund 212.000 Quadratmetern in Betrieb genommen, eine der modernsten Küchenfertigungen weltweit und Produktionsheimat der Linie systemat.[6]

Trotz dieser Größe ist Häcker kein Konzern, sondern eine GmbH & Co. KG im Besitz der Familie Finkemeier. Entscheidungen fallen in Rödinghausen, nicht in einer Zentrale im Ausland.[5]

Was „Made in Germany“ heute bedeutet

Ein gesetzlich geschütztes Siegel ist „Made in Germany“ nicht. Deutsche Gerichte haben aber Kriterien entwickelt: Das Oberlandesgericht Stuttgart verlangte 1995, dass die maßgebliche Herstellung, der entscheidende Anteil der Wertschöpfung und die wesentliche Veredelung in Deutschland stattfinden. Werden wesentliche Bestandteile im Ausland gefertigt, ist die Angabe irreführend.[1]

Deutlich strenger ist das RAL-Herkunftsgewährzeichen „Made in Germany“, das Häcker trägt.[4] Dafür legt eine Gütegemeinschaft im Detail fest, welche Kernleistung in Deutschland erbracht werden muss, und definiert nachprüfbare Qualitätskriterien. Hersteller müssen in einer Erstprüfung nachweisen, dass sie die Vorgaben erfüllen, sich anschließend selbst überwachen und werden zusätzlich regelmäßig von neutralen Fremdprüfern kontrolliert. Bei Verstößen kann das Zeichen entzogen werden.[8]

Dazu kommen bei Häcker das RAL-Gütezeichen „Goldenes M“ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel, das als strengster Qualitätsnachweis für Möbel in Europa gilt, sowie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.[4] Für eine Küche, die 20 Jahre halten soll, sind das keine Nebensächlichkeiten.

Zwei Linien, ein Werk für Einbaugeräte

Häcker baut sein Programm auf zwei Produktlinien auf:[2]

  • concept130 ist die Linie für das breite Segment und seit 2021 im Programm.[3] Unter dem Leitgedanken „Harmonie“ stellte Häcker im September 2025 neue naturnahe Farbtöne wie Sandgrau und Steinbeige, eine runde Formensprache und ein Update für Fronten, Korpus und Kehlleiste vor. Seit dem 1. Januar 2026 gibt es zusätzlich einen Designkorpus im Holzdekor Feineiche-natur – ohne Aufpreis.[2] Bei uns ist concept130 auf Wunsch als 15-Tage-Küche lieferbar.
  • systemat ist die gehobene Linie, die im Werk Venne gefertigt wird. Sie steht für Designkorpusse, Sichtseitenkonzepte, Lackkompetenz und Ergonomie.[6]

Eine Besonderheit: Häcker besitzt die alleinigen Namensrechte für Blaupunkt-Einbaugeräte und bietet damit eine eigene Gerätemarke an.[3] Genau diese Geräte stecken in unserer Festpreisküche Modell F. Wer lieber NEFF, Miele oder BLANCO möchte, bekommt natürlich auch das – Häcker-Korpusse sind für alle gängigen Einbaugeräte vorbereitet.

Flächenbündiges Induktionskochfeld mit Muldenlüftung, Steinoptik-Arbeitsplatte und LED-Unterbaubeleuchtung
Flächenbündiges Kochfeld mit Muldenlüfter in unserem Projekt Piedra.

Klimaneutral seit 2019 – als erster Küchenhersteller

2019 zertifizierte die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel Häcker als „Klimaneutraler Hersteller“. Ein Jahr später ließ das Unternehmen in einer Studie des Instituts Fokus Zukunft die Treibhausgasemissionen des gesamten Produktsortiments ermitteln, von der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung. Das Ergebnis: Alle Küchenmöbel gelten seither als klimaneutral, Häcker war damit der erste Küchenmöbelhersteller mit einem komplett klimaneutralen Portfolio.[9] Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern mit PEFC-Zertifikat.[4]

Zur Ehrlichkeit gehört: Klimaneutralität wird in solchen Studien zum Teil über Kompensation erreicht. Entscheidender ist aus unserer Sicht die Langlebigkeit. Eine Küche, die nach 25 Jahren noch funktioniert, spart mehr CO2 als jedes Zertifikat.

Was das für Ihre Küche in Oberhausen bedeutet

Als Häcker-Partner kombinieren wir zwei Welten. Korpusse und Fronten kommen aus Rödinghausen und Venne – in gleichbleibender Qualität, mit den oben genannten Prüfsiegeln und mit einer Auswahl an Fronten und Dekoren, die keine Tischlerei allein abbilden könnte. Alles, was darüber hinausgeht, machen wir selbst: das Aufmaß vor Ort, Anpassungen an Nischen, Dachschrägen und schiefe Wände, Sonderteile und Massivholz-Arbeitsplatten aus unserer Werkstatt und die Montage durch unser eigenes Team.

So bekommen Sie eine Küche, die aussieht wie aus einem Guss – mit dem Preisvorteil industrieller Fertigung und der Passgenauigkeit eines Tischlers.

Ausstellungsküche in hellen Beigetönen mit beleuchteter Griffleiste, Marmor-Rückwand und integriertem Weinregal
Ausstellungsküche Mármol in unseren Küchenräumen am Postweg in Oberhausen.

Fünf Tipps, bevor Sie eine Häcker-Küche kaufen

  1. Muster anfassen. Matt, Hochglanz, Lack oder Holzdekor wirken am Bildschirm alle ähnlich. In unserer Ausstellung am Postweg können Sie Fronten, Arbeitsplatten und Griffe direkt vergleichen.
  2. Linie bewusst wählen. concept130 deckt die meisten Wünsche ab und ist schneller lieferbar. systemat lohnt sich, wenn Sie besondere Lackfarben, Sichtseiten oder Designkorpusse möchten.
  3. Selbst vorplanen. Mit dem Online-Küchenplaner von Häcker können Sie zu Hause einen ersten Entwurf machen. Wir übernehmen ihn in unsere Planung und prüfen ihn beim Aufmaß.
  4. Geräte früh festlegen. Nischenmaße, Muldenlüfter und Kühlschrankhöhen bestimmen die Korpusplanung. Wer Geräte erst am Ende auswählt, plant doppelt.
  5. Handwerkerbonus nutzen. Montagekosten können Sie steuerlich absetzen. Ab 2027 wird der Bonus gekürzt – hier erklären wir die Details.

Fazit

„Made in Germany“ ist bei Häcker keine Marketingfloskel, sondern ein Herkunftsnachweis mit Fremdkontrolle. Dahinter steht ein Familienunternehmen, das aus einer Tischlerei gewachsen ist und seine Küchen bis heute ausschließlich in Ostwestfalen und im Osnabrücker Land baut. Wir setzen seit Jahren auf diese Partnerschaft, weil Qualität bei uns nicht am Lieferwagen endet, sondern bei der letzten Blende beginnt.

Sie möchten eine Häcker-Küche sehen, bevor Sie sich entscheiden? In unserer Ausstellung in Oberhausen stehen mehrere Küchen zum Anfassen. Vereinbaren Sie einen Termin.

Quellen

  1. Wikipedia: Made in Germany. de.wikipedia.org
  2. Häcker Küchen GmbH & Co. KG: Presseinformation „Häcker launcht zum 1. Januar 2026 einen neuen Designkorpus in Feineiche-natur“, 25.11.2025, inkl. Unternehmensprofil. PDF
  3. Wikipedia: Häcker Küchen. de.wikipedia.org
  4. Häcker Küchen: Der Küchenhersteller – Unternehmen, Zahlen, Auszeichnungen und Zertifikate. haecker-kuechen.com
  5. Möbelmarkt: Häcker Küchen stellt sich für die Zukunft auf, November 2025. moebelmarkt.de
  6. Häcker Küchen: Presseinformation „Positive Geschäftsentwicklung in 2020“, Februar 2021. PDF
  7. kbbreview: Turnover down at Häcker Kitchens despite stable exports, 03.04.2024. kbbreview.com
  8. RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung: Der Weg zum Herkunftsgewährzeichen „Made in Germany“. PDF
  9. Häcker Küchen: Presseinformation „Küchenmöbel von Häcker sind klimaneutral“, August 2020. PDF

Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Unternehmenszahlen beziehen sich auf die jeweils genannten Geschäftsjahre und stammen aus den angegebenen Quellen.

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